PodcastsBusinessFrisch an die Arbeit

Frisch an die Arbeit

DIE ZEIT
Frisch an die Arbeit
Latest episode

227 episodes

  • Frisch an die Arbeit

    Wie findet man die richtigen Worte, wenn ein Mensch gestorben ist,  Danny Klein?

    16/06/2026 | 47 mins.
    »Eine gute Trauerfeier pendelt zwischen Lachen und Weinen«, sagt Danny
    Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Seit 2018 arbeitet die
    56-Jährige als freie Trauerrednerin in Berlin und begleitet Menschen
    dabei, Abschied von Freunden oder Familienangehörigen zu nehmen. »Eine
    Trauerrede zu beauftragen, ist ja auch ein riesiger Vertrauensakt«, sagt
    sie.

    Klein wurde in Hannover geboren, wuchs in England auf und studierte
    Theologie und Portugiesisch. Später arbeitete sie unter anderem als
    Fotografin, in der Kulturvermittlung und als Bestatterin. Heute ist sie
    neben ihrer Arbeit als Trauerrednerin auch Rettungssanitäterin im
    Krankenhaus. Die unterschiedlichen Stationen verbindet ein gemeinsames
    Interesse, wie Klein erzählt: »Ich suche intensive Begegnungen.«

    Wenn sie von einer Familie beauftragt wird, besucht sie diese meist zu
    Hause oder an einem Ort, der für den verstorbenen Menschen wichtig war.
    Fotos, Erinnerungsstücke und vertraute Räume helfen ihr dabei, mit den
    Angehörigen ins Gespräch zu kommen. »Ich möchte Geschichten hören, die
    ihnen wichtig sind«, sagt sie. Aus vielen einzelnen Erinnerungen
    entsteht Schritt für Schritt ein Bild über den Verstorbenen, das später
    die Grundlage ihrer Rede bildet.

    Dabei geht es ihr ausdrücklich nicht darum, einen Menschen zu
    idealisieren. »Man kann sich nicht von einem falschen Bild
    verabschieden«, sagt Klein. Auch Konflikte, schwierige Erfahrungen oder
    Widersprüche dürfe man erwähnen, solange man sie nicht bewerte. Für
    Klein ist die Trauerrede deshalb »ein Moment der Wahrheit«, in dem ein
    Mensch noch einmal in seiner ganzen Vielschichtigkeit spürbar wird.

    »Für mich ist das Schreiben einer solchen Rede ein künstlerischer
    Prozess«, sagt sie. Dafür führt Klein mehrere Gespräche, macht
    handschriftliche Notizen und arbeitet oft bis kurz vor der Trauerfeier
    an ihren Formulierungen. Mehr als eine Rede pro Monat übernimmt sie
    bewusst nicht.

    Die fertige Rede versteht sie nicht als bloßen Text. Rhythmus, Pausen
    und Blickkontakt seien genauso wichtig wie die Worte selbst. »Bevor ich
    eine Trauerrede halte, lese ich sie meiner Partnerin und meiner Mutter
    vor, um sicherzugehen, dass alle Zuhörenden gut durch den Text geführt
    werden.«

    Im Podcast erzählt Danny Klein außerdem, weshalb sie glaubt, dass gerade
    die Erinnerungen an Großzügigkeit, Offenheit und gemeinsam erlebte
    Momente das sind, was von einem Menschen bleibt. Und warum sie ihre
    Trauerreden nie mit dem Satz »Liebe Trauergemeinde« beginnt.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
    finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
    alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
    testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
    testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
  • Frisch an die Arbeit

    Wie unanständig ist privater Reichtum, Sebastian Klein und Antje von Dewitz?

    02/06/2026 | 38 mins.
    »Die Ursache von fast allen größeren gesellschaftlichen Problemen liegt
    darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast
    »Frisch an die Arbeit«. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit
    Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten
    zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell
    möglichst viel Geld zu verdienen.«

    Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der
    plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr.
    Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen
    und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.«
    Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent
    seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht
    profitorientiert sind.

    Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im
    Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig
    zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere
    Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von
    ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel
    verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach
    eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente
    Lieferketten.

    Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang
    war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch
    berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition.
    Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien
    Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale
    Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr
    Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das
    Bundesverdienstkreuz am Bande.

    Die aktuelle Podcastfolge von »Frisch an die Arbeit« wurde live bei der
    Führungskräftemesse Future Leader Summit im Congress Center Hamburg
    (CCH) aufgezeichnet. Rund eine Stunde sprach Host Elise Landschek auf
    dem Podium mit ihren Gästen Antje von Dewitz und Sebastian Klein zum
    Thema »Führen mit Verantwortung: Perspektiven auf Macht, Geld und
    Gesellschaft«. Dieser Podcast ist die gekürzte Fassung der
    Veranstaltung.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
    finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
    alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
    testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
    testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
  • Frisch an die Arbeit

    Warum machen Berge glücklich, Anna Kuisle?

    19/05/2026 | 33 mins.
    »Wenn ich morgens aufwache und den Berg sehe, sind diese 30 Sekunden
    alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast »Frisch an die
    Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren jeden Sommer als
    Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier Alpen und versorgt dort
    mit ihrem Team bis zu 70 Gäste.

    Die Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und befindet
    sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und dem
    Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher macht die
    Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen.

    Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team rekrutieren,
    zusammenstellen und Dienstpläne schreiben, Lebensmittelbestellungen
    planen und Helikopterflüge organisieren. »Über die Saison müssen
    ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln bewegt werden. Mit dem Helikopter
    kann man pro Flug rund 700 Kilo hochbringen«, erzählt sie.

    Kuisle ist eigentlich studierte Bauingenieurin und arbeitet im Winter
    auch als Verkehrsplanerin im österreichischen Innsbruck. Nach einigen
    Jahren im Büro aber fragte sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es
    vielleicht noch was anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer
    Berghütte zu arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt
    sie.

    Zu Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch
    Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der Gäste zu
    Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als junge deutsche
    Frau habe sie sich ihren Platz unter den Einheimischen und in den Alpen
    erarbeiten müssen. »Da wird man schon erst mal schief angeschaut«,
    erzählt sie.

    Gerade im hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird
    schon anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf
    schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig
    erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen werden
    jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder vegan«, sagt
    Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab.

    Die Arbeit auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber
    auch erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast
    ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so richtig,
    dass das einfach mein Platz ist.«

    Im Podcast erzählt Anna Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der
    Hütte besser wird, wenn der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie
    selbst einmal einen »Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter
    regelmäßig zu ihrer Hütte wandert.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
    finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
    alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
    testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
    testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
  • Frisch an die Arbeit

    Wie resilient muss eine Kinderärztin sein, Victoria Lieftüchter?

    05/05/2026 | 35 mins.
    »Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur,
    weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast
    »Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der
    Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch
    regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im
    Einsatz.

    Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten.
    Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den
    Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen,
    die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft
    wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen. 

    Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den
    Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja
    nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«,
    sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von
    Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen
    stellen. 

    Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit.
    »Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von
    Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind
    verbringen«, sagt Lieftüchter. 

    Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von
    Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt
    sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für
    Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen
    Bundesländern ist das bislang nicht so.

    Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin
    abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie
    junge Kollegen für den Job begeistert. 

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
    finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
    alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
    testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
    testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
  • Frisch an die Arbeit

    Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?

    21/04/2026 | 40 mins.
    »Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt Stephanie
    Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist stellvertretende
    Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und verantwortet unter
    anderem eine Therapieabteilung für Sexualstraftäter.

    Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und Rechtsphilosophie in
    Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie zum Leitungsteam der JVA
    München. In ihrer Einrichtung sind vor allem Menschen in
    Untersuchungshaft untergebracht.

    Anders als in einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich,
    Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die
    meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt Pfalzer.
    Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit einem milderen
    Urteil davonzukommen.

    Wenn neue Inhaftierte ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen.
    »Manchmal ist das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand
    kümmern muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus
    verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn ein
    Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden erklären
    will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er arbeite auf
    einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach Hause kommen«, sagt
    Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer Mitarbeiter das bestätigt.
    »Aber an Lügen beteiligen wir uns natürlich nicht«, sagt Pfalzer.

    Der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys
    sind nicht zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss.
    Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe nur
    bis zu einem bestimmten Wert.

    »Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich nur Regeln umsetze – ich kann
    auch viel von meinen Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit
    den Jahren habe sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden
    Menschen außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände
    seien oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede
    Tat eine eigene Entscheidung bleibe.

    Im Podcast erzählt Stephanie Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche
    Gefangene auch eine Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind
    und wie Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten.

    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
    finden Sie HIER.

    [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
    alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
    testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
    testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
More Business podcasts
About Frisch an die Arbeit
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
Podcast website

Listen to Frisch an die Arbeit, The Diary Of A CEO with Steven Bartlett and many other podcasts from around the world with the radio.net app

Get the free radio.net app

  • Stations and podcasts to bookmark
  • Stream via Wi-Fi or Bluetooth
  • Supports Carplay & Android Auto
  • Many other app features
Frisch an die Arbeit: Podcasts in Family